Giftig für Hunde

Hunde haben einen anderen Stoffwechsel als Menschen und einiges, was für Dich verträglich ist, kann gefährlich für Deinen Vierbeiner werden. Dass Schokolade nicht unbeaufsichtigt bleiben sollte, wenn Hunde in der Nähe sind, ist schon vielen Haltern bekannt. Doch es gibt noch viele andere Toxine (Giftstoffe), die einen Besuch beim Tierarzt notwendig machen. Hier klären wir über einige von ihnen auf.

  1. Weintrauben

Sowohl frische Weintrauben von der Rebe als auch getrocknete, in Form von Rosinen, enthalten den für Hunde gefährlichen Stoff Oxalsäure. Nehmen Hunde größere Mengen davon auf, werden nicht nur ihre Nieren geschädigt, sondern es treten auch Vergiftungssymptome wie Durchfall oder Erbrechen auf.

  1. Zwiebelgewächse

Die Pflanzenfamilie der Zwiebelgewächse ist generell zu meiden, denn schon bei der Aufnahme einer geringen Menge zeigt sich ihre toxische Wirkung. In der Pflanze enthaltene Stoffe greifen die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) an, was die Sauerstoffversorgung der Organe erschwert und im schlimmsten Fall unmöglich macht. Es besteht also Lebensgefahr für Deinen Vierbeiner.
Neben den bekannten Zwiebelgewächsen wie Zwiebeln, Knoblauch oder Tulpen zählen übrigens auch alle Laucharten, wie beispielsweise Bärlauch, zu dieser Familie. Obacht ist also besonders beim Spaziergang und im Garten geboten.

  1. Immergrüne Gewächse

Alle immergrünen Gewächse sind mehr oder weniger giftig für Hunde, weshalb von ihnen Abstand genommen werden sollte. Dazu gehören:

  • Buchsbaum: Sehr giftig, alle Pflanzenteile können lebensbedrohlich sein.
  • Efeu: Blätter sind mäßig giftig, Früchte lebensbedrohlich.
  • Eibe: Extrem giftig, kann innerhalb von 90 Minuten zum Herzstillstand führen.
  • Heckenkirsche: Sehr giftig, kann bei starker Vergiftung zum Tod durch Atemlähmung führen.
  • Kirschlorbeer: Extrem giftig, der Tod durch Atemlähmung kann innerhalb von Sekunden eintreten!
  • Mistel: Mäßig giftig, kann zu Unruhe und Erbrechen führen.
  • Oleander: Sehr giftig, kann die Leber und Nieren schädigen.
  • Rhododendron: Sehr giftig, kann zum Tod durch Krampfanfälle führen.
  • Thuja / Lebensbaum: Sehr giftig, schwere Leber- und Nierenschäden drohen.
  • Tollkirsche: Extrem giftig, führt schnell zu Bewegungs- und Bewusstseinsstörungen, in der Folge tritt Tod durch Atemlähmung auf.

  1. Eicheln

Mit dem Giftstoff Tannin wirken auch die Früchte der Eiche toxisch auf Hunde. Bei 10kg Körpergewicht können bereits 5-10 Eicheln zu Vergiftungssymptomen führen. Neben drohenden Leber- und Nierenschäden sind Müdigkeit, Fieber, Verstopfung und Durchfall die am häufigsten auftretenden Probleme. Darüber hinaus können Eicheln bei kleineren Hunden zu einem gefährlichen Darmverschluss führen.

      5. Verschiedene Pflanzen

Nicht nur immergrüne Gewächse können für Hunde giftig sein – auch diese Gartenpflanzen sollte Dein Hund keinesfalls zu sich nehmen:

  • Amaryllis
  • Stechpalme
  • Engelstrompete
  • Fingerhut
  • Goldregen
  • Maiglöckchen
  1. Schädlingsbekämpfungsmittel

Rattengifte sind außergewöhnlich toxisch und das nicht nur für die kleinen Nagetiere. Auch Hunde trifft es immer wieder. Durch das Rattengift wird Vitamin K blockiert, sodass die Blutgerinnung gestört wird und Hunde innerlich verbluten. Innere Blutungen treten beispielsweise in der Lunge auf, was entsprechende Symptome – wie Husten mit blutigem Auswurf – mit sich bringt. Weitere Symptome sind Blut im Urin sowie eine gelblich-blasse Mundschleimhaut. Da Ratten Vorkoster schicken, die die Nahrung für die anderen Ratten testen, wurden Rattengifte entwickelt, die erst mehrere Stunden oder Tage später wirken. Dies ist besonders gefährlich, da der Hundehalter bei Beginn der Symptome gegebenenfalls nicht anwesend ist und die Ursache der Symptome schwerer identifiziert werden kann. Teilweise wird Rattengift gefärbt, was das Risiko deutlich verringert, dass eine Vergiftung vorerst unentdeckt bleibt.

Schneckenkorn wirkt deutlich aggressiver und schneller als Rattengift und ist auch in vielen Gärten zu finden. Das Lebergift erzeugt sehr schnell nach der Einnahme Krämpfe, starkes Hecheln und kann zum Tod durch Kreislaufzusammenbruch führen.

Erste Maßnahmen bei Vergiftung:

Wenn Du Auffälligkeiten bei Deinem Hund feststellst, die wie oben beschrieben auf eine Vergiftung hinweisen, dann solltest Du unbedingt schnell den Tierarzt aufsuchen. Nimm das mit, was der Hund gefressen hat, damit der Tierarzt weiß, mit welchem Gift er es zu tun hat. Gerade Verpackungen helfen zu entscheiden, welches Gegengift verabreicht werden muss.

Der Tierarzt kann Maßnahmen ergreifen, wenn er sie als nötig erachtet. Die Gabe von diesen Medikamenten sollte nicht von Laien durchgeführt werden:

Einlauf (Darmspülung): Ölige Flüssigkeit in den Darm, damit das Gift wieder ausgeschieden wird. Gegebenenfalls mit Narkose.

Brechmittel: Mithilfe von einem Medikament kann durch den Tierarzt auch Erbrechen ausgelöst werden, um das Gift aus dem Körper zu bekommen. Bis 30-45 Minuten nach Einnahme des Giftes ist ein solches Brechmittel wirksam.

Infusionen: Infusionen verdünnt das Blut und füllt die Elektrolyte wieder auf, wenn es zu Durchfall kommt.

Erfahrungsberichte:

Unser Kollege Wilko hatte zwei schlimme Vergiftungs-Erfahrungen mit seiner Hündin Juli, die einen Tierarztbesuch nötig machten. Hier berichtet er von diesen Situationen:

Rattengift

Leider hatten unsere Nachbarn Rattengift ausgelegt. Unsere Labrador-Hündin Juli „frönte“ ihrer, in ihrer DNA eingebrannten Leidenschaft „FRESSEN“ und verschlang den Köder.

Dieser war zum Glück „bläulich“ eingefärbt, sodass wir sehr schnell erkennen mussten, dass Juli etwas „Unnatürliches“ gefressen hatte. Ihr gesamter Maulbereich war bläulich!

Eine Nachfrage bei den Nachbarn bestätigte die erste Vermutung einer Rattengift-Vergiftung. Es folgte ein unmittelbarer Anruf beim Tierarzt, eine schnelle Autofahrt und ein „erlaubtes Vordrängeln“ im Wartezimmer.

Juli bekam per Spritze ein Brechmittel verabreicht – es folgte ein „Spaziergang“ und das Warten auf ein „Erbrechen“. Dieses setzte nach ca. 10-15 Minuten ein und hörte kaum auf.

Im Anschluss bekam sie noch eine Spritze mit Vitamin K, dann durften wir sie glücklicherweise wieder mit nach Hause nehmen. Beim Kontrolltermin ein paar Tage später, war wieder alles völlig in Ordnung.

Schneckenkorn

Andere Nachbarn streuten eines Tages Schneckenkorn aus, welches Juli wie beim Rattengift auf Erkundungstour im Garten fraß. Das Problem dabei: wir wussten nicht, dass Schneckenkorn gestreut wurde.

Beim Gassigehen brach sie dann zusammen und blieb reglos, sodass meine Frau Juli nach Hause tragen musste. Dann ging es direkt zum Tierarzt – dieser wusste aber nicht, womit Juli sich vergiftet hatte.

Es entwickelten sich schwerste Symptome – sehr starkes Hecheln, Krämpfe, Zittern und wir mussten in eine Tierklinik eilen. Dort wurde Ihr der Magen ausgepumpt und zahlreiche Schmerz- und andere Mittel verabreicht. Sie blieb noch 2 Tage und Nächte zur Kontrolle. Anschließend konnten wir sie wieder in der Familie begrüßen und mein nächstes Wochenende bestand daraus, unsere Zäune instand zu setzen! Nach 4 Wochen mussten wir noch einmal zu einer abschließenden Kontrolle zum Tierarzt.