Harngrieß und Blasensteine bei Katzen

Die Harnwege sind bei Katzen – aber ganz besonders bei Katern - äußerst anfällig für Erkrankungen. Harngrieß - und daraus resultierende Harnsteine – sind Probleme, die für Deine Katze schmerzhaft sind und einen Besuch beim Tierarzt nötig machen.

Wie kommt es zu Harngrieß?

Die Ursachen für die Entstehung von Harngrieß sind vielfältig und reichen von zu wenig Bewegung über genetische Veranlagung, Übergewicht, Ernährung, bis hin zu viralen und bakteriellen Harnwegsinfekten (in der Fachsprache FUS (Felines Urologisches Syndrom) genannt).
Entscheidende Faktoren sind dabei aber die Ernährung und der Wasserhaushalt – Katzen neigen dazu, wenig zu trinken und einen Großteil ihres Flüssigkeitsbedarfes über ihr Futter aufzunehmen. Damit Harnkristalle wachsen können, müssen im Harn außerdem viele Mineralstoffe vorhanden sein. Die Nahrung von betroffenen Katzen enthält in der Regel zu viele Mineralien (vor allem Calcium, Magnesium und Phosphat), die sich in der Blase zu kleinen Kristallen zusammenlagern können. Im Laufe der Zeit können diese größer werden und sich zu sandartigem Harngrieß oder größeren Blasensteinen (Urolith) entwickeln.
Generell gilt, dass übergewichtige und kastrierte Kater in reiner Wohnungshaltung dem größten Risiko ausgesetzt sind. Die Harnröhre beim Kater ist besonders eng, sollte Harngrieß entstehen, kann es passieren, dass durch den Harngrieß die Harnröhre verstopft (verlegt) wird. Dadurch kann der Kater im schlimmsten Fall keinen Urin mehr absetzen und die Blase füllt sich extrem an. Als Folge davon kommt es zu einem Rückstau von Urin über die Harnleiter in die Nieren, was im weiteren Verlauf zu einer Niereninsuffizienz führt. 

Welche Harnsteine kommen bei Katzen am häufigsten vor?

Es gibt verschiedene Harnsteinarten, die sich in ihrer chemischen Zusammensetzung unterscheiden. Die am häufigsten auftretenden Harnsteine sind Struvitsteine - gefolgt von Kalziumoxalatsteinen. Diese beiden Arten machen ca. 90% der Blasensteine bei Katzen aus.

Struvitsteine

Sowohl ein basischer (zu hoher pH-Wert) Urin im Zusammenhang mit einer Blasenentzündung als auch die Aufnahme von übermäßigen Mengen an Mineralstoffen, wie Magnesium, Ammonium oder Phosphat mit dem Futter, können zur Bildung von Struvitsteinen führen.
Durch das diätische und / oder medikamentöse Ansäuern des Urins können diese Steine häufig aufgelöst werden.

Kalziumoxalatsteine

Kalziumoxalatsteine bilden sich, wenn der Urin einen besonders niedrigen pH-Wert (sauer) aufweist. Risikofaktoren sind hier insbesondere eine übermäßige Menge Kalzium aus der Nahrung. Auch großer Stress und Übergewicht sind Faktoren, die eine Kristallbildung begünstigen. Die genauen Entstehungsmechanismen sind allerdings noch nicht restlos geklärt. Haben sich diese Steine erst einmal gebildet, müssen sie meist in einer Operation entfernt werden.

Woran erkenne ich Harngrieß / Blasensteine?

Leidet Deine Katze an Harngrieß oder Harnsteinen, zeigt sie dies möglicherweise mit diesen Symptomen an:

  • Häufiger Absatz von kleinen Mengen blutigen Harns
  • Häufiger, vergeblicher Versuch, Urin abzusetzen
  • Inkontinenz
  • Vermehrtes Lecken der Genitalien
  • Harnabsatz an ungewöhnlichen Orten
  • Häufiges Miauen beim Harnabsatz
  • Schwäche und Apathie (im fortgeschrittenen Verlauf)
  • Einem aufgeblähten Bauch (im fortgeschrittenen Verlauf)

Was kann ich tun, wenn ich diese Symptome erkenne?

Die Harnröhrenverstopfung durch Harngrieß betrifft wegen seiner engen Harnröhre hauptsächlich den Kater. Wenn sich jedoch Blasensteine bilden, kommt es auch bei Katzen zu Harnabsatzproblemen.

Solltest Du den Verdacht haben, dass Deine Samtpfote Probleme mit der Blase bzw. mit dem Harnabsatz hat, hilft nur der Gang zum Tierarzt. Dies sollte schnellstmöglich geschehen. Wenn Deine Katze durch eine Harnabsatzstörung zu wenig – oder gar keinen – Harn mehr absetzen kann, staut sich dieser in der Blase an und fließt zurück in die Nieren. Kommt es so weit, ist es möglich, dass die Katze verstirbt, weil sie eine Niereninsuffizienz entwickelt hat.

Dein Tierarzt wird je nach Situation des Falles Deine Katze / Deinen Kater entsprechend untersuchen und behandeln. Erst wird eine allgemeine Untersuchung durchgeführt, in der Folge eventuell eine Urin- und / oder Blutuntersuchung.

Kommt beim Urinabsatz kein oder nur noch tröpfchenweise Urin, muss der Kater in Narkose gelegt werden und ein Katheter in die Harnröhre eingeführt werden, um den Gries zu beseitigen und den Harn abzuleiten. Erst wird per Röntgen oder Ultraschall geschaut, ob Kristalle oder Steine in der Blase vorhanden sind. Bei größeren Steinen wird meistens sofort operiert (Zystotomie), während bei Harngrieß zunächst eher versucht wird, die Kristalle per Harnröhrenkatheter auszuspülen.

Bei Katern kann es vorkommen, dass der Penis amputiert werden muss, um das Nadelöhr für den Urin zu beseitigen.
Eine weiterführende, medikamentöse Therapie zum Ausgleich des pH-Wertes im Urin und zur Behandlung der Entzündung wird darüber hinaus vom Tierarzt eingeleitet.